Wissenswertes von A wie Amalgam bis Z wie Zirkonoxid

Amalgam
Amalgam ist eine Metallverbindung mit Quecksilber, die in der Zahnmedizin als Füllmaterial bei Zähnen mit Kariesschäden eingesetzt wird. Aufgrund des enthaltenen Quecksilbers, das als gesundheitsschädlich gilt und seiner auffälligen silbrigen Farbe wird es heute seltener verwendet.

Alveolarknochen (Alveolarfortsatz)
Der Alveolarknochen ist Bestandteil des Zahnhalteapparates. Es ist der Teil des Kieferknochens, in dem sich die Zahnfächer (Alveolen) befinden. Die Alveolen sind Vertiefungen in den Kieferknochen, in denen die Zähne mit ihren Wurzeln stecken. Bei Verlust der Zähne wird der Alveolarknochen abgebaut, das heißt, in der Höhe reduziert, wodurch es zu einer Veränderung der Gesichtsform kommt.

Bionator (Info-Flyer zum Download)
Der Bionator ist eine herausnehmbare kieferorthopädische Apparatur, mit der sowohl Kieferstellungen als auch Zahnstellungen verändert werden können. Es besteht aus einem Kunststoffkörper und Drahtelementen (Lippen-Wangen-Bogen, Zungenbügel), wirkt gleichzeitig auf Ober- und Unterkiefer und liegt locker im Mund. Weil beim Tragen des Bionators der Unterkiefer aus seiner Ruhelage herausbewegt wird, wird die Mund- und Gesichtsmuskulatur in die Behandlung mit einbezogen. In Folge dessen kommt es zu einer Muskeldehnung und Muskelanpassung und Umbauvorgängen im Kiefergelenk. Dieser Prozess hat Auswirkungen auf den ganzen Körper. Mit Hilfe des Bionators verändern sich Kiefer- und Zahnfehlstellungen mit der vom Patienten selbst erzeugten Kräfte beim Schlucken und Sprechen. Der Bionator kann auch als Therapiegerät gegen Schnarchen, Zähneknirschen und Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) eingesetzt werden. Die Bionator-Methode gehört zu den Standardtherapien innerhalb der Ganzheitlichen Kieferorthopädie und wurde Anfang der 50er Jahre von Professor Wilhelm Balters aus Barmen entwickelt

Crozat (Info-Flyer zum Download)
Das Crozat-Gerät ist eine kieferorthopädische Apparatur für den Ober- oder Unterkiefer, die nur aus Drähten verschiedener Dicke besteht. Sie wird jeweils einzeln eingesetzt und ist herausnehmbar. Sie beeinträchtigt nicht beim Sprechen und ist von außen nicht sichtbar. Im Verlauf einer Behandlung mit Crozat werden die Drähte immer wieder nachgestellt. Dabei arbeiten die Crozat-Geräte nur mit leicht dosierten Kräften. Die Crozat-Methode gehört zu den ältesten Techniken herausnehmbarer Zahnspangen und wurden 1919 von dem Zahnmediziner Georg B. Crozat aus New Orleans entwickelt und von einem seiner Mitarbeiter nach Deutschland gebracht. Die Crozat-Methode gehört zu den Standardtherapien der Ganzheitlichen Kieferorthopädie.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
Craniomandibuläre Dysfunktion ist eine Funktionsstörung im Zusammenwirken zwischen Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zähnen. Der Begriff setzt sich zusammen aus dem Wort Cranio (vom lateinischen Wort für Schädel), Mandibula (lateinisch für Unterkiefer) und Dysfunktion (lateinisch für Funktionsstörung). Die Ursachen einer CMD können vielseitig sein. Eine CMD kann durch einen Unfall, Zahnfehlstellungen, Verspannungen der Muskulatur im Kausystem oder im Kopf und Nacken infolge von Zähneknirschen und Zähnepressen oder durch Abnutzung der Zähne entstehen. Schmerzen der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke sind durch Therapien der Ganzheitlichen Kieferorthopädie (Aufbissschiene) gut behandelbar.

Fluoridierung
Fluoridierung ist das Auftragen eines fluoridhaltigen Gels oder Lackes auf die Zähne, um den Zahnschmelz zu remineralisieren (hier: Härten) und damit vor Karies zu schützen. Fluoride wirken dem zahnzerstörenden Prozess durch Bakterien entgegen. Sie helfen dabei, die Kalziumphosphate (Zahnminerale) schneller in den Zahnschmelz wieder einzubauen, die durch saure Ausscheidungen von Bakterien herausgelöst wurden. Fluoride, die über Gele oder Lacke auf die Zähne aufgetragen werden (z.B. in der Zahnarztpraxis), enthalten Natrium- oder Kalziumfluorid, das sich wie ein Schutzfilm um die Zähne legt. Wenn Säure durch Bakterientätigkeit entsteht, wird sie bereits innerhalb dieses Schutzfilms wieder neutralisiert. Das heißt, die Mineralien bleiben im Zahnschmelz und der Zahnschmelz bleibt fest und geschützt. Eine weitere Möglichkeit Fluoride äußerlich aufzunehmen ist das Benutzen von fluoridhaltiger Zahnpasta oder Mundspüllösungen. Fluoride können auch über die Nahrung, fluoridiertes Speisesalz oder Fluoridtabletten aufgenommen werden und sich so im Speichel anreichern.

Gingivitis
Gingivitis ist eine Entzündung des Zahnfleisches (lateinisch Gingvia). Sie gehört zu den Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontium). Meist wird sie durch schlechte Mundhygiene und die dadurch entstehenden Bakterienbeläge (Plaque) verursacht. Unter bestimmten Bedingungen kann ein geringfügiger Belag schon zu einer Gingivitis führen. Zum Beispiel bei Schwangerschaft, Pubertät, Diabetes Mellitus, Leukämie, Immundefizienz, Medikamente oder Mangelernährung. Auch schlecht sitzender Zahnersatz kann zu einer Zahnfleischreizung führen und als Folge davon eine Gingivitis auslösen. Unbehandelt kann die Gingivitis zu einer chronischen Gingivitis werden und in eine Parodontitis übergehen.

Glas-Ionomer-Zement
Glas-Ionomer-Zement ist ein Füllmaterial und besteht aus einem mineralischen Zement der speziell für die Anwendung in der Zahnmedizin entwickelt wurde. Er setzt sich zusammen aus anorganischen Füllkörpern und Carbonsäuren. Wie jeder Zement härtet er durch chemische Reaktion mit Wasser und bleibt danach fest. Nach dem Aushärten haben Glas-Ionomer-Füllungen eine helle Farbe. Meist werden sie zur Befestigung von Zahnersatz oder für provisorische Füllungen oder für die Versorgung kariöser Milchzähne verwendet.

Karies
Karies ist eine Erkrankung der Zahnhartsubstanz (Zahnschmelz), die durch verschiedene Bakterien verursacht wird, die sich in einem Biofilm (Plaque) auf den Zähnen anlagern. Nach dem Verzehr von zuckrigen Speisen entsteht im Mund durch die Tätigkeit von Bakterien ein saures Milieu. Zum Ausgleich (Neutralisation) lösen sich aus dem Zahnschmelz Kalziumphosphate heraus, wodurch im Zahnschmelz-Gerüst Lücken entstehen, die durch das im Speichel enthaltende Kalzium wieder geschlossen werden. Dadurch wird der Zahnschmelz wieder fest, er ist remineralisiert. Im Normalfall befinden sich Entmineralisierung und Remineralisierung des Zahnschmelzes im Gleichgewicht, doch beim Verzehr von zuviel zuckerhaltiger Nahrung oder Getränken überwiegt die Entmineralisierung und die löchrigen Stellen im Zahnschmelz werden immer größer. Karies entsteht. Meist nimmt man Karies erst im fortgeschrittenen Stadium wahr, wenn Zahnschmerzen auftreten oder Zahnschmelz plötzlich herausbricht.

Komposit
Komposit ist ein Füllmaterial für Zähne, das zu einem Teil aus Kunststoff und zu einem anderen Teil aus keramischem Material (Glaskeramik) besteht. Weil bei der Verwendung von Komposit die Füllung immer auf die Zahnfarbe angepasst werden kann, sind Kompositfüllungen vom natürlichen Zahn optisch kaum zu unterscheiden. Bei größeren Füllungen wird das Komposit in mehreren Schichten aufgetragen, die nacheinander aushärten müssen, um kleine Randlücken zwischen Zahn und Füllung zu schließen und damit den Zahn nach außen gut abzudichten.

Magnetfeldtherapie
Bei der Magnetfeldtherapie werden elektromagnetische Schwingungen zur Behandlung eingesetzt. Dadurch kommt es zu einer Steigerung des Stoffwechsels und infolge dessen zu einer stärkeren Durchblutung der behandelten und umliegenden Gewebe. In der Zahnmedizin wird die Magnetfeldtherapie unterstützend eingesetzt.: zur Anregung des Zellstoffwechsels und Knochenwachstums, zur Schmerzlinderung, zur Beschleunigung der Heilung nach Zahnentfernungen und Zahnfleischbehandlungen und nach Operationen am Kiefer. Die Therapien der Ganzheitlichen Kieferorthopädie lassen sich durch Magnetfeldtherapie ebenfalls unterstützen und beschleunigen.

Parodontitis
Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Sie entsteht, wenn sich Bakterien in den Zahnfleischtaschen, unterhalb der Zahnfleischgrenze, stark vermehren und das Zahnfleisch und Zahnbett schädigen und Entzündungen auslösen. Unbehandelt führt sie zum Abbau des Kieferknochens und schließlich zum Verlust einzelner oder mehrerer Zähne. Da eine Zahnbettentzündung nicht auf die Mundhöhle beschränkt bleibt, birgt die Parodontitis gesundheitliche Risiken wie Gefäßkrankheiten, Thrombose und Herzinfarkt. Mehr über Parodontitis finden Sie hier.

Zirkonoxid
Zirkonoxid, ist ein aus dem Mineral Zirkon gewonnener keramischer Werkstoff, der in vielen industriellen Bereichen verwendet wird, weil er eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen chemische, thermische und mechanische Einflüsse hat. In der Zahnmedizin dient er als Material für metallfreie Zahnimplantate und als Basis für metallfreie Kronen und Brücken. Dabei ist Zirkonoxid äußerst stabil, riss- und bruchfest sowie säureresistent. Gleichzeitig zeigt Zirkoniumoxid eine hohe Bioverträglichkeit und löst im Mund keine elektrochemischen Reaktionen aus, weshalb er sich gut eignet für Patienten mit Allergien gegen Metalle oder Kunststoff. Zahnersatz aus Zirkonoxid kann der natürlichen Zahnfarbe angepasst werden und wirkt aufgrund seiner Lichtdurchlässigkeit wie natürlicher Zahnschmelz. Bakterien und Biofilm (Plaque) lagern sich an der glatten Zirkonoxid-Oberfläche kaum ab.