Ganzheitliche Kieferorthopädie mit Crozat und Bionator -
Korrektur der Zähne mit herausnehmbaren Zahnspangen

Die Ganzheitliche Kieferorthopädie ist ein Behandlungsprinzip innerhalb der Kieferorthopädie, bei dem das ganze Kausystem mit in die Behandlung einbezogen wird. Sie sieht eine Wechselbeziehung zwischen Fehlstellungen von Zähnen und Kiefer und Funktionen des Körpers und betrachtet Gebissverformungen und Schiefstände als Symptome einer Fehlfunktion der Muskulatur der umliegenden Gewebe.

Ein Beispiel: Durch eine Fehlfunktion der Zunge wird zu wenig Druck auf das Gewebe beim Schlucken ausgeübt, was den Fluss der Lymphe behindert und einen Lymphstau verursachen kann. Die Gefäße des Lymphsystems regulieren den Abfluss von Körperflüssigkeit, sind an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt und versorgen (zusammen mit dem Blut) das Gewebe mit Nährstoffen. Durch einen Lymphstau sind all diese Funktionen gestört. Die Folgen können eine behinderte Nasenatmung durch Schwellungen im Gesichtsbereich sein, eine höhere Anfälligkeit für Infektionen sowie eine Hemmung der Kieferentwicklung.

Während der Behandlung werden diese Fehlfunktionen mitkorrigiert und das Zusammenspiel von Mund-Gesicht-Muskulatur und Kiefergelenk optimiert, woraus sich positive Auswirkungen auf den ganzen Körper ergeben.

Wir korrigieren Zahn- und Kieferfehlstellungen nach Prinzipien der Ganzheitlichen Kieferorthopädie, bei Kindern und Erwachsenen. Diese Methode fördert die natürliche Gebissentwicklung mit minimalem Einsatz von mechanischen Kräften und ohne Ziehen von Zähnen aus Platzgründen. Die Korrektur der Zähne nach der Ganzheitlichen Kieferorthopädie erfolgt immer mit herausnehmbaren Zahnspangen (z.B. Crozat, Bionator) und das Ergebnis bleibt stabil, wenn die Behandlung beendet ist.

Die Vorteile der Ganzheitlichen Kieferorthopädie
  • minimaler Einsatz von mechanischen Kräften
  • herausnehmbare Zahnspangen, keine festsitzenden Geräte
  • keine Entfernung von bleibenden Zähnen aus Platzgründen, alle Zähne bleiben erhalten, auch Weisheitszähne, stabiles Ergebnis
  • fördert die natürliche Gebissentwicklung und fördert die Harmonie des Gesichtes
  • optimiert die Wechselbeziehung zwischen Kiefergelenk, Zähnen, Mund- und Gesichtsmuskulatur

Wie Zahn- und Kieferfehlstellungen entstehen
Zahn- und Kieferfehlstellungen können angeboren oder im Laufe der Kindheit und Jugend erworben sein. Oft handelt es sich auch um eine Kombination von beidem. Manchmal können unbewusste Bewegungen über einen längeren Zeitraum zu Fehlstellungen führen. Zum Beispiel Daumen- und Fingerlutschen, eine falsche Position der Zunge beim Schlucken, gewohnheitsmäßiges Ansaugen der Wangen oder ständiges Atmen durch den Mund.

Eine sehr häufige Ursache für Kieferanomalien ist, dass Babys nach dem Abstillen das erwachsene Schluckmuster nicht lernen. Beim Trinken an der Brust bewegen Säuglinge ihre Zunge instinktiv rhythmisch nach vorne. Beim erwachsenen Schlucken, das dem Schluckmuster nach dem Abstillen entspricht, lernt das Kind, die Zunge an den hinteren Gaumen, Richtung Rachen, zu drücken. Diese Bewegung ist wichtig für die Gaumenentwicklung und Voraussetzung für eine normale Kieferentwicklung. Trinken Kinder nach dem Abstillen dauerhaft aus Flaschen mit Nuckelaufsatz oder auch anderen spitzen Aufsätzen, wie z.B. bei Fahrradflaschen, bleibt der Impuls für die natürliche Gaumen- und Kieferentwicklung aus.

…und wie sich Fehlstellungen mit Kieferorthopädie korrigieren lassen
Zum Umgestalten und Korrigieren von falschen Bisslagen nutzt die Ganzheitliche Kieferorthopädie die natürlichen Muskelkräfte beim Schlucken und Sprechen. Durch die Therapiegeräte (Bionator, Crozat) werden die Kiefer in eine Position gebracht, die eine optimale Funktion des Kausystems ermöglicht. Schon minimaler Druck und Zug genügt, um einen Wachstumsreiz in der Mund- und Kiefermuskulatur auszulösen, die dadurch umtrainiert wird. Da die Muskulatur mit der Knochenhaut der Kiefer verbunden ist, beginnt die Knochenhaut daraufhin mit der Bildung von neuem Knochengewebe, um den Kiefer an die neue Situation anzupassen.
Kiefergelenk, Zähne und Kaumuskeln regeln in einem komplexen Zusammenspiel die Vorgänge im Mundraum beim Kauen, Schlucken und Sprechen. Verbessert sich diese Feinabstimmung, optimiert sich auch die Position der Halswirbelsäule und damit die gesamte Körperhaltung.

Der Therapieansatz der Ganzheitlichen Kieferorthopädie ist besonders erfolgreich bei Kindern und Jugendlichen während der Wachstumsphase und fördert eine natürliche Gebissentwicklung.
Doch auch im Erwachsenenalter finden Formveränderungen statt, die man sich für eine kieferorthopädische Behandlung zunutze machen kann. Eine Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), Zähneknirschen und Schnarchen lassen sich ebenfalls mit Ganzheitlicher Kieferorthopädie behandeln.

Weitere Infos:

Warum Kieferorthopädie? Gründe für kieferorthopädische Behandlungen.
Aus medizinischer Sicht gibt es eine Reihe von Gründen für eine kieferorthopädische Behandlung:

  • Eng- und Schiefstände von Zähnen, mit oft zu engen Nischen von Zahnzwischenräumen einhergehen, die sich mit der Zahnbürste nur schwer säubern lassen und dadurch kariesgefährdet sind.
  • Fehlerhafte Zahnkontakte, die zu Überlastungen des Zahnhalteapparates führen können, aber auch zum Abbau des Kieferknochens.
  • Mangelnder Lippenschluss, der für Mundatmung und eine erhöhte Infektanfälligkeit verantwortlich sein kann.
  • Eine falsche Zungenlage, die auf Dauer beim Schlucken zu Verschiebungen von Zähnen führen kann.
  • Fehlbelastungen im Kiefergelenk, denn sie können zu schmerzhaften Verspannungen der Gesichts- und Nackenmuskulatur führen.

Mehr über Gründe zu kieferorthopädischen Behandlungen lesen Sie hier und hier (speziell bei Kindern)